Workshops

Einige Mitglieder unseres Vereins haben aus ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit Rassismus, struktureller Ungleichheit, Vorurteilen und Privilegien Workshop-Konzepte erarbeitet, um gemeinsam mit Interessierten zu den Thematiken und den dahinterstehenden Mechanismen zu arbeiten. Je nach Zielgruppe und Dauer kann der Workshop entsprechend angepasst werden. Durch interaktive Methoden, Videos und Textarbeit setzen sich die Teilnehmenden mit rassistischen Denk- und Handelsmustern auseinander, tauschen sich darüber aus, was Rassismus ist und wie er sich in unserem Denken, Sprechen und Handeln verfestigt hat. Die Workshops setzen bei der individuellen Person und der eigenen Auseinandersetzung und Hinterfragung weit verbreiteter Denk- und Handelsmuster an und bieten die Möglichkeit, sich einführend mit Rassismus zu befassen.

Habt ihr Interesse an der Durchführung eines Workshops? Dann kontaktiert uns unter info@bridginggapsev.com

Wanderausstellung über Alltagsrassismus

Wenn wir sagen, dass wir gegen Rassismus sind, werden uns die meisten ohne zu zögern zustimmen. Selten gibt jemand von sich aus zu, rassistisch zu sein. Aber was ist Rassismus? Wie hat er sich in unserem Denken und Handeln verfestigt?

Mit diesen Fragen haben wir uns in einem gemeinsamen Workshop im Mai 2016 auseinandergesetzt. Diejenigen unter uns, die weiß sind, haben schnell festgestellt: Es ist sehr einfach, ein Problem zu ignorieren, von dem man selbst nicht betroffen ist. Und wenn man dann anfängt, darüber nachzudenken, taucht eine Hürde nach der anderen auf: Was darf ich jetzt noch sagen? Wie kann ich frei heraus reden, ohne andere dabei zu verletzen oder zu entwürdigen? Geht das überhaupt?

Was ist Rassismus? Was ist rassistisches Handeln?

Noah Sow definiert Rassismus in dem Buch „Wie Rassismus aus Wörtern spricht“ wie folgt: „Rassismus ist die Verknüpfung von Vorurteil mit institutioneller Macht. Entgegen der (bequemen) landläufigen Meinung ist für Rassismus eine ‚Abneigung‘ oder ‚Böswilligkeit‘ gegen Menschen oder Menschengruppen keine Voraussetzung. Rassismus ist keine persönliche oder politische ‚Einstellung‘, sondern ein institutionalisiertes System, in dem soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen für weißen Alleinherrschaftserhalt wirken. Rassismus ist ein globales Gruppenprivileg, das weiße Menschen und ihre Interessen konsequent bevorzugt. […] Rassismus ist white supremacy.“

Positiven Rassismus gibt es nicht! Stereotype sind schlussendlich immer negativ, Zuschreibungen finden aufgrund von Hautfarbe statt und werden mit Denkmustern verbunden, die seit dem Kolonialismus in unserer Gesellschaft präsent sind. Wenn wir annehmen, dass jemandem das Trommeln im Blut liegt, das Ingenieurswesen derselben Person aber grundsätzlich fremd sein muss – dann haben wir systematisch ein rassistisches Denkmuster reproduziert. Die Sprache spielt hierbei eine wichtige Rolle, denn besonders durch sie wird die von Sow beschriebene institutionelle Macht unmerklich aufrechterhalten.

Weißsein und Privilegien—ein Diskussionsansatz

In unserer Gesellschaft sollten Weiße anerkennen, dass sie, wenn es um Rassismus geht, zuhören und ihr eigenes Verhalten überdenken sollten. Schwarze sind Teil unserer Gesellschaft und das nicht erst seit gestern. Weiße sind nicht persönlich von Rassismus betroffen, sondern sie sind diejenigen, die von rassistischen Strukturen profitieren und diese absichtlich oder auch unbewusst reproduzieren. Als weiße Person bewegt man sich frei in der Gesellschaft und hinterfragt selten die eigenen Privilegien, da diese als selbstverständlich angesehen werden. Was Weiße verstehen sollten ist: Weiße Privilegien sind eben nicht selbstverständlich, sie sind durch die (Kolonial-)Geschichte bedingt und dienen noch heute dazu, viele Menschen zu benachteiligen.

In einem Versuch, unsere Diskussionen und unseren Erkenntnisgewinn zu teilen und dadurch andere zum Nachdenken anzuregen, haben wir als Projektteam schließlich gemeinsam Statements gesammelt, die unsere Diskussion widerspiegeln. Diese haben wir als Fotos an verschiedenen zentralen Orten in Konstanz festgehalten und zur Ausstellung “‘Wo kommst du wirklich her?’ Un-Sichtbarkeiten. Alltagsrassismus in Deutschland” zusammengefügt. So wie die Statements auf den Fotos im Dialog entstanden sind, so laden sie ein zu einem Dialog mit dem Betrachter*in. Sie fordern auf, die eigenen Bilder im Kopf und die eigenen Verhaltensmuster zu hinterfragen.

Die Ausstellung wurde bereits an den Konstanzer Hochschulen und im Bürgerbüro der Stadt Konstanz ausgestellt.

Es ist möglich die Ausstellung auszuleihen und in eurer/Ihrer Stadt auszustellen. Es handelt sich bei ihr um 10 Bilder in der Größe A2. Wir stellen ein Begleitheft zur Ausstellung und ein Plakat mit Erklärungstext zu der Ausstellung bereit.

Du/Sie möchten “Wo kommst du wirklich her?” in eurer/Ihrer Stadt ausstellen? Kontaktieren Sie uns gern unter konstanz@bridginggapsev.com.


Filmdokumentation “Schenkt uns Gehör” mit Diskussionsrunde


„Man fühlt sich einfach immer anders“, so beginnt der 50-minütige Film von Marlene Gärtner und Juliane Hoss, in dem 14 junge Schwarze über ihren Alltag in Deutschland und ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus sprechen. Für die ProtagonistInnen sind vermeintlich harmlose Sprüche wie “Darf ich dir in die Haare fassen?“ und „Wo kommst du wirklich her?“ eine permanente Belastung im Alltag. Sie sprechen über Grenzüberschreitungen und das Gefühl, von der Gesellschaft nicht akzeptiert zu werden. Anhand persönlicher Erfahrungen thematisiert die Dokumentation außerdem stereotype Afrikabilder und Klischees und macht so den Einfluss einer von rassistischen Vorstellungen geprägten gesellschaftlichen Sozialisation bewusst.

Der Film und die anschließende Diskussionsrunde liefern Denkanstöße und die Chance, das eigene Sprechen und Handeln zu hinterfragen. Viele Leute, die nicht von Rassismus betroffen sind, erleben einen Aha-Moment, der die Wirkweise und das Ausmaß von Rassismus in der deutschen Gesellschaft das erste Mal richtig vor Augen führt. Ziel ist es, ein Bewusstsein für Alltagsrassismen zu schaffen und für ein verletzungsfreieres Zusammenleben zu plädieren. Ein Protagonist bringt es auf den Punkt: Diese Schuldkomponente sollte herausgenommen werden, zu sagen ‚Du bist ein Rassist, du bist so und so…‘. Sondern, was ist rassistisches Verhalten, woher stammt das und wie können wir das verändern, aufbrechen? – wie können wir das quasi wieder entlernen, was wir von Anfang an gelernt haben über Medien, unsere Eltern, über die Schule..?

Der Film wurde bereits in mehreren Städten und in verschiedenen Kontexten (AWOLI Afrika Festival, Tag der Vielfalt, Weltwärts Vorbereitungsseminare, Workshops etc.) gezeigt und jeweils mit einer Diskussionsrunde verbunden. Falls Sie Interesse an einer Filmvorführung haben beraten wir Sie gerne: info@bridginggapsev.com